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07.06.2016

Vielfalt als Chance - Die Brücke Rendsburg-Eckernförde feiert den 4. Deutschen Diversity-Tag

Bei einem Fachvortrag und einer Vernissage Krzysztof Putanowicz standen die Themen Integration und Inklusion im Fokus.

„Vielfalt bewegt und verbindet“ lautet der Leitspruch der Brücke Rendsburg-Eckernförde e.V.. Um dieser Haltung mehr Gewicht zu verleihen, engagiert sich die Brücke beim 4. Deutschen Diversity-Tag und hatte am 7. Juni zu einer Veranstaltung in den Rotenhof in Rendsburg eingeladen.

Am 7. Juni wurde deutschlandweit Flagge für Vielfalt gezeigt. Einmal jährlich ruft die Charta der Vielfalt e.V. zu diesem Aktionstag auf, der unter der Schirmherrschaft der Bundeskanzlerin Angela Merkel steht. Ziel ist es, die kulturelle Vielfalt in Unternehmen und Institutionen zu fördern. Die Brücke Rendsburg-Eckernförde, die sich seit über 30 Jahren für die Förderung der seelischen Gesundheit in der Region stark macht, steht für eine Unternehmenskultur, die gegenüber allen Menschen offen ist. Vorstandsvorsitzender Klaus Magesching unterzeichnete gestern die Charta der Vielfalt und begrüßte die Gäste mit den Worten:

„Wir freuen uns, beim 4. Deutschen Diversity-Tag dabei zu sein und unterstützen die Initiative der Charta der Vielfalt in jeder Hinsicht. Unsere Gesellschaft ist mehr denn je von Vielfalt geprägt. Begegnungen mit „Anderen“ bestimmen unseren Alltag – sei es bei der Arbeit oder auf der Straße. Die Brücke setzt sich seit Jahren dafür ein, Vielfalt als Chance zu begreifen und jedem Menschen - unabhängig von Alter, Geschlecht, Nationalität, ethnischer Herkunft, Religion, Weltanschauung, Behinderung und sexueller Orientierung - Wertschätzung entgegenzubringen. Wir sind überzeugt, dass diese Haltung sich positiv auf das gesellschaftliche Miteinander und die wirtschaftliche Entwicklung auswirken wird.“

Klaus Magesching unterschreibt die Charta der Vielfalt


Fachvortrag „Interkulturelle Kommunikation“

Der erste Programmpunkt am Dienstag im Rotenhof war ein Fachvortrag von Michael Engelbrecht, Skandinavist und Dozent für Kultur und Geschichte zum Thema „Interkulturelle Kommunikation – andere verstehen, interkulturelle Grenzen überwinden“. Zahlreiche Gäste, unter ihnen viele ehrenamtliche Flüchtlingshelfer der Brücke, waren im Rotenhof zukommen gekommen. Passend zur aktuellen Thematik der „Willkommenskultur“ in Deutschland ging es um die Reflektion des eigenen kommunikativen Verhaltens bei Begegnungen mit Menschen aus anderen Kulturkreisen. Engelbrecht stellte ein Kommunikationsmodell vor, das Anlass für einen interessanten Austausch zum Thema gab.

Klaus Magesching, Michael Engelbrecht


Vernissage Krzysztof Putanowicz

Die Ausstellung, die vom 7. bis 28. Juni im Rotenhof zu sehen ist, ist eine Werkschau von Krzysztof Putanowicz, einem Künstler aus Krakau. In seinen Öl-Malereien dominieren Landschaften und abstrakte Darstellungen mit Gestalten. Sein Werk ist durch besondere Sensibilität der Farbpalette gegenüber gekennzeichnet sowie durch geschickte Nutzung der Perspektive. Putanowicz ist aufgrund einer schweren psychiatrischen Erkrankung seit Jahren in Behandlung.

Der Kontakt zu Putanowicz kam dank einer seit 2001 bestehenden Partnerschaft zwischen der Brücke mit dem Babinski Krankenhaus in Krakau zustande. Federführend seitens der Brücke ist die Soziotherapeutin Karin Pohl, die von 2003 bis 2015 auch als Vorstandsmitglied der deutsch-polnischen Gesellschaft für seelische Gesundheit tätig war. Sie weiß, wie wichtig Kontinuität in den Beziehungen für psychiatrische Patienten ist. Mit Krzysztof Putanowicz konnte über die Jahre eine auf Vertrauen basierende Verbindung entstehen, die ihn schließlich zu dem Entschluss brachte, seine Kunst in der Brücke auszustellen.

Klaus Magesching, Artur Janus, Anna Przewlocka, Sylwia Rutkowska, Karin Pohl (v.l.)

Karin Pohl: „Für Krzysztof Putanowicz ist die Ausstellung seiner Werke ein bedeutendes Ereignis, denn die Wertschätzung seiner Kunst ist für ihn nicht selbstverständlich. Meine jahrelange Arbeit bei der Brücke hat mir gezeigt, dass es darum gehen muss, die Möglichkeiten für Menschen nicht zu verengen, sondern zu erweitern, damit sie selber entdecken können, zu wie viel sie in der Lage sind.“

Karin Pohl, Sylwia Rutkowska, Artur Janus, Anna Przewlocka (v.l.)

Der gesundheitliche Zustand erlaubte es Putanowicz leider nicht, die Reise nach Deutschland für die Vernissage anzutreten. Er wurde vertreten von seiner Kunsttherapeutin Sylwia Rutkowska, die seit 7 Jahren mit ihm zusammenarbeitet, und seinem Arzt Artur Janus, Psychiater am Babinski Krankenhaus in Krakau. Auch Anna Przewlocka, ehemalige Chefärztin am Babinski Krankenhaus und Vorstandsmitglied der deutsch-polnischen Gesellschaft für seelische Gesundheit, nahm an der Vernissage teil. Zusammen mit Karin Pohl hatte sie die deutsch-polnische Kooperation vor Jahren aufgebaut.

Die Brücke pflegt weitere Partnerschaften mit Einrichtungen in Osteuropa. Weitere Informationen hierzu erhalten sie auf Anfrage unter presse-info@bruecke.org

 

Öffnungszeiten der Ausstellung Krzysztof Putanowicz im Rotenhof:

Vom 7. bis 28. Juni 2016

Montag bis Donnerstag von 8 bis 17 Uhr

Freitag von 8 bis 14 Uhr

Die Bilder können käuflich erworben werden

 

Duo Zhok von Gerhard Breier (Klarinette/Gitarre) und Sabine Lempelius (Violine/Akkordeon) 

Musik aus tiefster Seele im Rotenhof

Melodien von fröhlich-jauchzend bis klagend-betrübt, Rhythmen von wiegend bis treibend: Im Anschluss an die Vernissage präsentierte das Duo Zhok von Gerhard Breier (Klarinette/Gitarre) und Sabine Lempelius (Violine/Akkordeon) aus Eckernförde Klezmer-Klänge, die traditionelle Musik der osteuropäischen Juden sowie Eigenkompositionen und „seelenverwandte" Tangostücke. Weitere Informationen unter www.zhok.de/zhok

Ein Catering mit osteuropäischen Spezialitäten sorgte für das leibliche Wohl der Gäste.

Charta der Vielfalt Rendsburg

Über die Charta der Vielfalt e.V.

Die Charta der Vielfalt ist eine Unternehmensinitiative zur Förderung von Vielfalt in Unternehmen und Institutionen. Bundeskanzlerin Dr. Angela Merkel ist Schirmherrin.

Weitere Informationen zum Verein Charta der Vielfalt e.V. sowie zum 4. Deutschen Diversity-Tag finden Sie unter: www.deutscher-diversity-tag.de